Gute-Nacht-Geschichten | mindminding

Gute-Nacht-Geschichten

Wann wurde Dir das letzte mal eine Gute-Nacht-Geschichte erzählt? Also, bei mir ist das schon ziemlich lange her. Dabei ist es meist etwas sehr Schönes, einfach den Tag mit einer kleinen Geschichte ausklingen zu lassen.

Genau deshalb habe ich mir überlegt, in unregelmäßigen Abständen eine Gute-Nacht-Geschichte zu schreiben und zu erzählen. Heute erzähle ich Dir die Erste. Und wenn Du sie lieber lesen möchtest, kein Thema, Du findest sie weiter unten in geschriebener Form.

Wenn Du magst hinterlasse mir doch mal einen Kommentar, ob Dir die Geschichte gefallen hat.

 


Unmöglich

Ich weiß schon gar nicht mehr, wie lang ich hier gestanden hatte und einfach nur auf das Wasser blickte…. Der Fluß floß einfach an mir vorbei und ich dachte darüber nach, wie viel Wasser wohl so an mir vorbei floss. Wasser und Zeit, so als würde ich im Fluß des Zauderns ergrauen. Meine Fußspuren am Ufer immer tiefer und wenn ich noch lange stehen würde, als würde ich im Erdboden versinken.

Ja, ich musste handeln, hier konnte ich nicht stehen bleiben, aaaaaber wie verdammt, sollte ich nur rüber kommen. Der Fluss war so breit und ich hatte ja auch noch mein Gepäck dabei… Rüber schwimmen? Unmöglich… Tja, was blieb mir denn da noch…?

Vor einigen Jahren stand ich mit meinem Opa auch an einem Bach. Opa, ja der war so ein richtiger Kerl, der konnte einfach Alles. Er sagte: “Komm, wir können eben rüberspringen. Das geht ganz fix”. Kaum gesagt, war er auch schon auf der anderen Seite. Er drehte sich zu mir um und wartete…..

“Ich waaaaarte, wieso musst Du immer so trödeln” sagte meine Mutter; “Wenn Du dich jetzt nicht sputest, dann gehe ich ohne Dich…. Es ist mit Dir einfach nicht auszuhalten…. Wenn alle immer so langsam wären wie Du, die Welt würde stillstehen…. “

Opa wartete immer noch, während ich an Mama dachte, wahrscheinlich hatte sie Recht, ich hielt immer alle auf. Jetzt wollte ich es mir und Opa beweisen, dass es auch anders sein konnte. Ich rannte los und sprang…. uuuuuund verfehlte das Ufer, statt dessen verstauchte ich mir den Fuß und fiel rückwärts ins Wasser. Ich dachte, ich müsse ertrinken, aber der Bach war gar nicht tief und Opa zog mich lachend heraus. Sehr witzig…..

Kein Wunder, dass ich stehen geblieben bin, die Mutter die nur quengelte und mein Opa, der mich ausgelacht hat. Warum haben sie mir nicht geholfen? Wenn ich hier weiter in die Erde versinke, bitte,….. ihr habt es ja so gewollt….

Langsam wird es dunkel und ich bin immer noch keinen Schritt weiter gekommen…. ich weiß, wenn man mich früher besser behandelt hätte, dann würde ich voran kommen, dann hätte ich alles im Leben erreichen können… Ich würde mich gern hinsetzen, aber der Boden ist nass und ich möchte meine Hose nicht dreckig machen. Zurückgehen – neee, viel zu peinlich… mmmmmmh, verdammte Zwickmühle…. verdammte Welt und gleich ist es Nacht, es ist einfach zum heulen…..

Plötzlich nehme ich neben mir eine Bewegung wahr – ein Hund kommt aus dem Gebüsch geschossen, läuft auf den Fluss zu und rennt und rennt und rennt…. und ist plötzlich am anderen Ufer…..Uuuuups, ich ziehe meine Schuhe aus, krempel die Hose hoch und beginne hinüber zu laufen… Das Leben ist sooooo schön…

2 Kommentare

  • Cora

    19. Februar 2017 at 0:23 Antworten

    Sehr schöne Geschichte, ermutigend… beruhigende Stimme 😉

    • Christa Brünjes

      19. Februar 2017 at 10:37 Antworten

      Schön, dass sie Dir gefällt.

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